Archiv für die Kategorie „Vereine & Institutionen“

Der Sportplatz im Brüner Bruch

Sonntag, 9. Juli 2006

Nachstehend finden Sie den Artikel aus unserem Info Heft www.asendorf.info. Dieser Artikel konnte aus Platzgründen im Info Heft nur verkürzt gedruckt werden:

Der Sportplatz Brüner Bruch – Der Versuch einer Dokumentation von 1939 bis zum heutigen Tage – oder fast schon ein „Nachruf“ auf unseren alten Sportplatz.
Warum fast schon ein „Nachruf“ auf unseren alten Sportplatz werden Sie sich fragen – ganz einfach: weil er bald nicht mehr vorhanden sein wird – aber das gehört noch nicht hier her. Es soll der Reihe nach gehen.
Es war das Jahr 1937, als dem damaligen Turnverein „Gut Heil“ (gegründet am 1.6.1907) ein schöner Waldsportplatz im Brüner Bruch zur Verfügung gestellt wurde. Fast gleichzeitig wurde neben diesem neuen Sportplatz ein Jugendheim – unser heutiges Sportlerheim im Brüner Bruch – gebaut. Die damalige Bestimmung des Jugendheimes waren die Jugendveranstaltungen im Rahmen des HJ-Dienstes. In der Asendorfer Schulchronik ist zum 1.5.1937 die „feierliche Einweihung des Hitler-Jugend-Heimes im Brüner Bruch“ verzeichnet. Der interne Turnbetrieb in Asendorf, der anfänglich auf dem Saal von Hoopmann`s Gasthaus (heutiges BO) und später auf Uhlhorn`s Saal stattfand, kommt in der Zeit immer mehr zum Erliegen, weil alle jungen Männer zur Dienstleistung in der Wehrmacht einberufen wurden. Im Jahre 1947 – nach den Wirren der Kriegsjahre sollte immer mehr Normalität einkehren – entschlossen sich die am Sportleben interessierten Bürger in Asendorf zu einem Zusammenschluss der zwei bisher bestehenden Vereine „TV Gut Heil“ und „SV Asendorf“ zum „Turn – und Sportverein Asendorf“. Zu der Zeit existierten eine Männer- und eine Frauenturnabteilung sowie eine Handball- und eine Fußballabteilung. Für alle Aktivitäten stand der Sportplatz im Brüner Bruch zur Verfügung. Das 50-jährige Bestehen des Turn- und Sportvereins wurde 1957 in einem großen Rahmen gefeiert – wo? Natürlich auf dem Sportplatz im Brüner Bruch. Alle Vereine des Ortes und die Schulen des Kirchspiels Asendorf (damals gab es noch die Dorfschulen in den umliegenden Orten des Kirchspiels) nahmen an der Veranstaltung teil. Der Reitverein, die Freiwillige Feuerwehr und die Landjugend Asendorf wetteiferten mit den Turnern und den Sportlern in der Gestaltung des Jubiläumstages. Nach der Morgenandacht auf dem Sportplatz im Brüner Bruch mit Pastor Brockmann, begannen die leichtathletischen Wettkämpfe, an denen die einzelnen Vereine teilnahmen. Am gesamten Tag war der Sportplatz im Brüner Bruch der Mittelpunkt der Jubiläumsfeier. Abends wurde im Gasthaus Uhlhorn in Asendorf weiter gefeiert. 10 Jahre später wurde am 10. und 11. Juni 1967 das 60-jährige Bestehen des TSV wiederum auf dem Sportplatz im Brüner Bruch gefeiert. Leichtathletischer Dreikampf, Fußball- und Handballspiele, Langläufe, Jugendturnen und Volkstänze bestimmten die Festtage. Der Festball war wie immer – im Gasthaus Uhlhorn. Anlässlich der Jahreshauptversammlung des TSV am 20.3.1968 wurden wieder einmal die unzureichenden Sportplatzverhältnisse diskutiert. Der kleine Sportplatz im Brüner Bruch erweist sich immer mehr als unzureichend. Die geringen Ausmaße des Platzes, die unmittelbare Lage an der Kreisstraße, das Fehlen von ordentlichen und ordnungsgemäßen Sprunggruben, das Fehlen einer Aschenbahn, das Nichtvorhandensein einer Umzäunung, das Fehlen von Dusch- und Waschanlagen und das Fehlen einer Flutlichtanlage für den abendlichen Übungsbetrieb der Fußballer machen es notwendig, die Schaffung einer neuen großen Sportanlage zu planen. Nach vielen Gesprächen und harten Arbeitseinsätzen der Mitglieder des Turn- und Sportvereins Asendorf konnte am 30.6. 1973 der neue Sportplatz im Brüner Bruch eingeweiht werden. In den Aufzeichnungen des Sportvereins sind dafür 1200 Arbeitsstunden der Mitglieder sowie 160 Maschinenstunden registriert. Die Gemeinde Asendorf hat sich damals mit einem Betrag von 60.000,–DM beteiligt, der Reinerlös vom Sportlerball am 16.8.1969 floss ebenfalls in die Neuanlage des Sportplatzes und das Forstamt stellte für die Erweiterung der Sportanlage einen Waldstreifen zur Verfügung. Im dem Jahr konnte auch die lang erwünschte Umzäunung des Sportplatzes fertiggestellt werden.
Auf dem Sportplatz im Brüner Bruch wurde auch ein lang gehegter Traum vieler Sportler des TSV wahr: zum 75-jährigen Bestehen des TSV Asendorf wurde auf diesem Sportplatz die Fußballspielbegegnung TSV-Asendorf gegen SV Werder Bremen ausgetragen. Wenn die Presse damals auch schrieb: „Werder-Bremen erschoss den TSV Asendorf mit 14:1 Toren“, so war es das überragende Ereignis auf dem Sportplatz im Brüner Bruch und bleibt für die Spieler und die Zuschauer unvergesslich.
Mittlerweile steht dieser Sportplatz im Brüner Bruch seit fast 70 Jahren den sportbegeisterten Bürgern aus Asendorf und Umgebung zur Verfügung. Unzählige Wettkämpfe wurden hier ausgetragen; viele Feste konnten hier gefeiert werden – oftmals mit tollen Kapellen – Freundschaften wurden hier geknüpft – Völkerverständigung wurde hier gelebt und fand hier statt – sehr viel wurde miteinander gestaltet. Das alles soll nicht vorbei sein – nein, es wird künftig nur an anderen Orten stattfinden. Und hier ist die Überleitung zu dem was kommen wird: Ein neuer Dorfplatz für Asendorf, in dem auch ein neuer Sportplatz integriert sein wird. Das Grundstück wurde von der Gemeinde bereits angeschafft, an der Gestaltung dieses Platzes sollten wir uns alle beteiligen. Also verfolgen Sie die Planungen, die in den Vereinen und im Gemeinderat stattfinden – und dann, auf zu neuen Taten!

Vorausschau 100 Jahre TSV Asendorf

Sonntag, 30. April 2006

Sportliches Leben in Asendorf vor dem 2. Weltkrieg

Am 1.6.1907 wurde in Asendorf der Turnverein „Gut Heil“ gegründet. In den ersten noch vorliegenden Statuten wurden Zweck und Ziele des Vereins in 16 Paragraphen festgelegt. Nach den Idealen und dem Vorbild des Turnvaters Jahn aus der frühen Zeit des 19. Jahrhunderts sollten neben der Geselligkeit in erster Linie die körperliche und geistige Ausbildung gefördert werden. Diese Statuten galten bis auf die Änderung des §4 (Beiträge) bis zum Jahre 1930.
Interessant aus heutiger Sicht ist auch die Unmöglichkeit, Mitglieder aus anderen Orten aufzunehmen, wenn dort schon ein Turnverein bestand. Weiter besagte der § 16, dass Politik streng untersagt sei.
Im Januar 1930 wurden dann die Satzungen der Deutschen Turnerschaft (DT) auch für den Asendorfer Verein verbindlich. Unter anderem waren seitdem neben den üblichen Vorstandsmitgliedern nun auch ein Männer- und Frauenturnwart, ein Gerätewart und ein Sportwart zu wählen. Die letzteren sollten einen geregelten Turnbetrieb einrichten, Mannschaften aufstellen und mit ihnen an Wettkämpfen teilnehmen. Ferner war auf Grund der neuen Satzung des DT vorgeschrieben, dass jährlich eine Generalversammlung durchzuführen sei, bei der die heute auch noch üblichen Regelarien (Vorstandswahlen, Kassenbericht, Festlichkeiten usw.) in demokratischer Art und Weise erledigt wurden.

Sportliche Aktivitäten des Vereins:
Infolge einer guten Mitgliederwerbung und einer regen Teilnahme an den Turn- und Sportübungen brachte das Jahr 1930 schon eine ganze Reihe von Erfolgen für die Asendorfer Turner.
Wie im Protokoll der Generalversammlung des TV Asendorf vom 20.1.1931 nachzulesen ist, nahmen die Turnerlinnen des Vereins 1930 in Wietzen, Drübber, Nienburg, Bremen, Bruchhausen und beim Wettkampf um den „Goldenen Kranz“ in Vilsen recht erfolgreich teil.
Man besuchte im gleichen Jahr die „Hoyaer Heimatspiele“ auf dem Heiligenberg, die Tierschau und den vereinsinternen Winterball mit der Aufführung eines Drei Akters „Der kühne Schwimmer“. Also alles in allem ein durch viele Aktivitäten ausgefülltes erfolgreiches Jahr. Höhepunkt 1931 war die Durchführung des 27. „Aller – Weser- Turnfestes“ in Asendorf.

Mitglieder des Turnvereins ergriffen ab 1910 die Initiative, die Kuhle in Rottmannsbusch zu einer Badeanstalt auszubauen. In den folgenden Jahren während der Sommermonate, nutzten immer mehr Kinder und Jugendliche dort die Möglichkeiten, ein Bad zu nehmen bzw. das Schwimmen zu erlernen. Um beim weiteren Ausbau dieser einfachen Badeanstalt entstehende Unkosten auszugleichen, erhob man in den 20er Jahren und auch später ein Eintrittsgeld. 1932 betrug der Preis für eine Jahresbadekarte 1,50 RM (die Monatskarte 0,75 RM). Die Mitglieder des Turnvereins hatten freien Eintritt. Betrachtet man die Preise aus heutiger Sicht, könnte man sie als billig empfinden, das war aber damals nicht der Fall. In jenem Jahr litt gerade die deutsche Bevölkerung schwer unter der Weltwirtschaftskrise.
Die Badezeiten waren 1932 noch für Männer, Frauen und Kinder getrennt. Eine Brause war bereits vorhanden, für 1933 plante man noch die Anlage eines Planschbeckens für die Kleinen. Dennoch kam selbst im Protokoll vom 5.2.1933 zum Ausdruck, dass die Betreibung und Unterhaltung der Badeanstalt für den Verein „eine große Last“ darstellte. Man hätte es schon damals gern gesehen, wenn die Gemeinde die Badeanstalt voll übernommen hätte.
Nach dem großen Verbandsturnfest im Jahre 1931 war bereits ein Jahr später das „25-jährige-Vereinsjubiläum“ zu feiern. Die Gastvereine kamen diesmal aus der näheren Umgebung (Bruchhausen, Vilsen, Scholen, Uenzen, Hoya, Hoyerhagen, Nordholz, Wietzen, Staffhorst und Bücken), um mit dem Jubilar- Verein nach gemeinsamen Wettkämpfen den Tag festlich zu begehen. Bis 1932 verbesserte sich der Besuch der Übungsveranstaltungen (Anfangs in Hoopmanns-, später in Uhlhorns-Saal) stetig durch den Zugewinn neuer Mitglieder. Man schickte außerdem interessierte und veranlagte Turner zu Lehrveranstaltungen, um von dort Übungspraktiken auf den eigenen Turnbetrieb zu übertragen.
Mit dem Jahr 1933 und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten änderte sich auch im Turnverein Asendorf vieles, was man bisher in eigener Regie erledigt hatte. Schon beim Vorstand gab es von nun an kaum noch Wahlen, sondern nur noch Ernennungen. Die Vorstandsführung brauchte von der Generalversammlung nicht mehr bestätigt zu werden. Stark gefördert wurde jetzt besonders das Kinderturnen. Bemerkenswert ist für dieses Jahr noch die Teilnahme von 3 Asendorfer Turnern am Deutschen Turnfest in Stuttgart.
In den folgenden Jahren wurde dann das Eigenleben des Turnvereins – wie damals überall in Deutschland – stark beschnitten und reglementiert. Die nationalsozialistische „Gleichschaltung“ aller Verbände war auch immer mehr in Asendorf zu verspüren. Im Versammlungsprotokoll vom 6.1.1935 steht, dass es für die Turnvereine „viel Neues gegeben hat und manche Unklarheiten bestehen und noch mehr Aufklärung kommen wird“. Es wird weiter berichtet, dass das Interesse am Turnen im Jugend- und Herrenbereich stark nachgelassen habe. Als Grund nannte man den „verschärften Dienst“ (mehrmals in der Woche) in der SA, SS und in der Hitler-Jugend.
Im Jahre 1937 wurde dem Turnverein ein schöner Waldsportplatz im Brüner Bruch von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wurde neben dem Platz ein Jugendheim gebaut, das für alle Jugendveranstaltungen (HJ Dienst) zur Verfügung stand.
Das letzte große Deutsche Turn- und Sportfest fand 1938 in Breslau statt. Vom Asendorfer TV hatten zwar einige Mitglieder Interesse an der Teilnahme, doch der hohen Reisekosten wegen entschloss man sich, keine Abordnung nach Breslau zu senden.
1939 erfolgte dann eine weitere Neugliederung und Straffung aller Turnvereine, die im Reichsbund für Leibesübungen zusammengefasst waren. Dieser Reichsbund wurde nun zu einer NS-Formation ernannt. Kinder, jugendliche und erwachsene Mitglieder hatten von nun an danach zu trachten, im sportlichen Bereich die verschiedenen Leistungs-, Wehrsport- und Schießabzeichen zu erringen. Mit dem Kriegsausbruch im Jahre 1939 kommt dann der interne Turnbetrieb in Asendorf immer mehr zum Erliegen, da alle jungen Männer zur damaligen Dienstleistung in der Wehrmacht einberufen wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg 1947 entschlossen sich die am Sportleben in Asendorf Interessierten, die alten Vorkriegsvereine „TV Gut Heil“ und den 1919 als Fußballverein gegründeten „SV Asendorf“ nicht wieder aufleben zu lassen, sondern sie zu einem Turn- und Sportverein Asendorf zusammenzufassen. Es existierte eine Männer- und Frauenturnabteilung, eine Handball- und Fußballabteilung. Der Turnbetrieb fand in Uhlhorns- und Hoopmanns Saal statt. Für die Kinder und Jugendlichen wurden Gauturnfeste organisiert. Es liegen wenig schriftliche Aufzeichnungen aus dieser Zeit vor. Mit der Einweihung der neuen Turnhalle 1956 erhielt der Sportbetrieb Auftrieb. Erstmals wurden Hallensportarten wie Faust- und Prellball gespielt.

Beitrag von Fredi Rajes
– ein Auszug aus der Festschrift „900 Jahre Asendorf“ –